Prävention für Kinder und Jugendliche

Sie sind Lehrer, Erzieher oder Elternvertreter und suchen Wege, Kinder und Jugendliche vom Rauchen abzuhalten? Dann sind Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Nikotinprävention e.V. (DGNP) richtig. Der von Trainerinnen und Trainern des Seminarnetzwerkes gegründete gemeinnützige Verein bietet neben dem Seminar auch zweistündige Präventionsseminare für die Klassen 5 und 7 an. Sie erreichen den Verein über:

www.nikotinpraevention.de

Warum ist Nikotin-Prävention besonders wichtig?

In Deutschland fangen Kinder mit durchschnittlich 11,6 Jahren an zu rauchen. Von den 12- bis 17-Jährigen rauchen 28 Prozent regelmäßig. Je früher Menschen zu rauchen beginnen, desto schwerer erinnern sie sich später an die Zeit, bevor sie angefangen haben. Und je genauer wir uns an diese Zeit erinnern, desto klarer wird uns, dass wir die Qualmerei als Nichtraucher zu nichts gebraucht haben. Und desto leichter ist es zu verstehen, dass wir auch als Ex-Raucher den Qualm zu nichts brauchen werden.

Die Einstiegsdroge heißt Nikotin!

Tabak ist meist das erste Suchtmittel, mit dem Kinder und Jugendliche in Kontakt kommen. Jedes zweite Kind wächst in einem Raucherhaushalt auf. Der Tabakkonsum bildet den Grundstein für mögliche weitere Drogen. Ein paar Zahlen: 38,4 Prozent der regelmäßigen Tabak-Raucher unter Schülern rauchen auch Haschisch, und nur 2 Prozent der jugendlichen Kiffer sind Nichtraucher. Die wahre Einstiegsdroge heißt Nikotin. Daher bedeutet Nikotin-Prävention auch Drogen-Prävention!

Prävention auf gemeinnützigen Beinen

Als Trainerinnen und Trainer des Netzwerkes sind wir der Ansicht, dass wir vor dem Hintergrund dieser Zahlen unser Wissen auch der Nikotinprävention zur Verfügung stellen müssen. Denn diese spricht in Deutschland bislang mehr über die gesundheitlichen Folgen des Rauchens als über das Rauchen selbst. Mit unserem Seminar können wir Rauchern mit hoher Wahrscheinlichkeit helfen, wieder Nichtraucher zu werden. Dieses Wissen und Können für Kinder und Jugendliche einzusetzen, halten wir für unsere Verpflichtung.

Das Seminar hilft nicht nur Unternehmen bei der Umsetzung des Nichtraucherschutzes am Arbeitsplatz und Erwachsenen beim Aufhören, sondern es kann auch Jugendlichen helfen. Bei öffentlichen Auftritten sprechen uns oft 14- oder 15-Jährige an, die vom Rauchen wieder loskommen wollen. Ein eigens für nicht rauchende Kinder entwickeltes Seminar namens "Vorsicht, Falle!" vermittelt die Zusammenhänge des Rauchens so, dass Kinder nicht mit dem Rauchen anfangen - und das ganz ohne Abschreckungsdidaktik oder belehrende Vorträge über drohende Krankheiten.

Überzeugen ist besser als abschrecken

Wir denken nicht, dass Erwachsene Kinder und Jugendliche durch Abschreckung vom Rauchen abhalten können. Als wir als Schüler diese Filme mit den Raucherlungen gesehen haben, sind wir hinterher erst einmal eine rauchen gegangen. Denn erstens waren diese Horror-Szenarien weit weg von uns; wir waren jung und gesund. Und zweitens erzeugen Horror-Bilder unterschwellig Stress. Und was tut ein Raucher, wenn er Stress hat? Er raucht. Daher setzen weder unsere Seminare für Erwachsene noch die Seminare für Kinder und Jugendliche auf Abschreckung. Statt Horror-Vorträge über Krankheiten zu halten, decken wir die Mechanismen des Rauchens selbst auf, so dass seine angeblichen Vorzüge wie Seifenblasen zerplatzen.

Ein Dialog Mutter/Sohn

Stellen wir uns eine rauchende Mutter vor. Ihr Sohn ist 13 Jahre alt. Sohn: "Darf ich auch eine rauchen?" Mutter: "Nein, darfst du nicht." Sohn: "Warum nicht?" Mutter: "Rauchen macht krank, es bringt dich um, es kostet ein Schweinegeld und macht abhängig. Außerdem stinken Raucher sogar dann, wenn sie nicht rauchen." Sohn: "Aha. Und warum rauchst du dann?" Mutter: "Mich entspannt es, es hilft gegen Langeweile, es hilft gegen Stress, es ist gesellig, es passt zum Kaffee ..." Sohn: "Und so eine tolle Sache willst du mir vorenthalten???" Was soll die Mutter sagen? Sie ist in ihrer Zerrissenheit gefangen, sie muss ihre Inkonsequenz gegenüber dem Kind zugeben. In der Not flüchtet sie sich in ein Verbot. Mutter: Komm mir bloß nicht mit Zigaretten nach Hause!

Zwei Stimmen im Kopf

Die Erklärung für das Verhalten der Mutter ist einfach: Die Mutter hat zwei Stimmen im Kopf. Wie die meisten Raucher will sie einerseits rauchen und andererseits aufhören. Die zweite Stimme ("Ich will rauchen") kommt vom Rauchen, und sie verschwindet, wenn man mit dem Rauchen aufhört.

Und was soll der Sohn tun? Da ist ein offener Widerspruch. Den gibt es zu klären. Von zwei Stimmen hat der Sohn noch nie etwas gehört - nicht einmal die Mutter kann ja ihr eigenes Verhalten erklären. Und weil das Verbot im Raum schwebt, fängt der Sohn heimlich an zu rauchen. Zuerst schmecken die Zigaretten schrecklich. Und weil die Großen in der Schule und die Mutter es offenbar können, beginnt der Sohn zu üben. Bald hat das Nikotin die Nervenzellen im Gehirn des Jungen umgepolt: Der Junge meint, das Rauchen tue ihm gut, weil es kurzfristig eine Nervosität lindert, die er bis dahin nie hatte - nun hat auch er eine zweite Stimme, und der Selbstbetrug beginnt.

Der Junge denkt, er könne rauchen, und sieht nicht, dass die Suchtfalle zugeschnappt ist. Er denkt, er sei stolz, und er sieht nicht, dass er das Opfer einer gemeinen Mischung aus Werbelügen, Raucher-Legenden und Biochemie geworden ist. Bald hört er von anderen, er sei ein Sucht-Opfer, und entwickelt Taktiken, um vor sich selbst die Sucht schönzureden, vielleicht jahrzehntelang. Irgendwann glaubt er daran wie seine Mutter. In den Seminaren der Deutschen Gesellschaft für Nikotinprävention e.V. erkennen sowohl nicht rauchende Kinder als auch rauchende Jugendliche, wie diese Mechanismen funktionieren. Dadurch treten sie nicht in die Falle oder finden heraus.

Überzeugen ist besser als verbieten

Wer süchtig ist, wird zu seinem Suchtstoff greifen. Beispiel Haschisch - in Deutschland verboten, in den Niederlanden erlaubt: Holländische Jugendliche kiffen genauso viel wie deutsche. Auf der anderen Seite muss eine Gesellschaft nichts verbieten, wozu die Menschen nicht neigen. Intelligent wäre es aus unserer Sicht daher, wenn Jugendliche nicht anfangen zu rauchen, weil sie verstehen, wie sinnlos es ist.

Sei kein Marketing-Opfer!

Das Rauchen ist letztlich ein Trick, der auf Legenden beruht. Und wer weiß, wie dieser Trick funktioniert, fällt nicht darauf rein. Es geht um eine fiese Mischung: ein ganzer Stapel Marketing-Lügen, enormer Selbstbetrug, raffinierte Sucht-Propaganda, gemeine Psycho-Fallen und hinterhältige Ausreden, viel Frustration und absurde Angst, und dazu einige biochemische und psychologische Fakten. Wir nehmen diesen Berg auseinander und zeigen, was wahr und gelogen ist. Und es zeigt sich: Cool ist nicht, wer raucht. Sondern cool ist, wer sich nicht von einer raffgierigen Industrie zu einem süchtigen und willenlosen Goldesel machen lässt.

Wir sind erwachsen!

Als interdisziplinäres Team von Ex-Rauchern meinen wir, dass wir mit Kindern und Jugendlichen wie mit Erwachsenen sprechen sollten. Wir glauben, dass Kinder und Jugendliche oft mehr verstehen, als ihnen manche Erwachsene zutrauen. Wir sprechen mit Kindern und Jugendlichen auf Augenhöhe und beschreiben ihnen die Biochemie und die Psychologie ebenso verständlich, wie wir sie auch Erwachsenen beschreiben.

Wer gibt Seminare für Kinder und Jugendliche?

Bitte wenden Sie sich an die Deutsche Gesellschaft für Nikotinprävention e.V. Sie erreichen den gemeinnützigen Verein unter:

www.nikotinpraevention.de